Erdöl wird nicht in reiner Form aus dem Erdreich gewonnen. Das von den Bohrtürmen geförderte Gemisch aus salzhaltigem Wasser, Gasen und verschiedenen Formen des Erdöls wird in einem komplexen Filterprozess in den Raffinerien getrennt.
Neben den verwertbaren Produkten Diesel, leichtem Öl und Schweröl entstehen zahlreiche Kuppelprodukte. Hierzu zählen Erdgas, große Mengen toxisches Salzwasser und Betumen, die Reststoffe der Ölraffinierung.
Texaco leitete von 1964 bis 1992 große Mengen dieser Nebenprodukte in die Umwelt, um die Kosten für eine umweltfreundliche Entsorgung zu sparen. Insgesamt förderte das amerikanische Unternehmen in dieser Zeit 1.434.000 Milliarden Barrel Erdöl.
Laut Angaben der ecuadorianischen Organisationen FDA, ONISE, OISE, FEINCE und ONHAE wurden zeitgleich folgende Mengen Schadstoffe ungefiltert in die Umwelt abgeleitet:
16,8 Millionen Gallonen (63.6 Millionen Liter) Öl.
20 Billionen Gallonen (75,6 Milliarden Liter) toxisches Salzwasser, das bei der Raffinierung des Öl entstanden ist.
Texaco legte insgesamt 600 Becken für toxische Abfälle in der Region an, von denen 10 Jahre nach dem Rückzug Texacos aus der Erdölförderung in Ecuador noch 339 Pools im Oriente zu finden sind.
Die Hochöfen verbrannten 235.000 Milliarden Kubikmeter Gas.
Von den jahrzehntelangen Verschmutzungen sind allein im ehemaligen Fördergebiet Texacos sechs indigene Gemeinden und etwa 30.000 Kolonisten betroffen.
Die Organisationen Acción Ecologica und Fundación Hesperian kommen nach Umweltanalysen und Umfragen zu folgenden Ergebnissen:
Die Krebsrate liegt in der regionalen Bevölkerung bei 31%. (nationaler Durchschnitt 12,3%) Zu den häufigsten Krebsarten zählen Leukämie, Leber-, Magen/Darm- sowie Gebärmutterkrebs.
82,4% der Bevölkerung ist an den Folgen des verschmutzten Bodens und kontaminierten Wassers mindestens einmal erkrankt. Hauterkrankungen (83,1%) und Erkrankungen der Atemwege (65,4%) führen vor Magen-Darm-Problemen (55%) und Augenerkrankungen (41%).
75% der hauptsächlich von der Landwirtschaft lebenden Menschen verloren aufgrund der Kontamination Haus- und Zuchttiere. Aufgrund des verseuchten Wassers verzeichnet ein Farmer im Durchschnitt einen Verlust von acht Kühen, fünf Schweinen, 43 Hühnern und zwei Pferden.
Der Kaffeeanbau ist unter den Kulturpflanzen am stärksten von den Verschmutzungen betroffen. Es folgen das Weideland und der Reisanbau.
Die Verschmutzung beginnt in den Flüssen. Neben dem am stärksten kontaminierten Flüssen Napo, Aduarico und Eno wurden in weiteren 47 Wasserläufen Verschmutzungen verschiedenen Grades ermittelt.
Gerade die verseuchten Flüsse stellen für die Bevölkerung ein schwerwiegendes Problem dar, denn aus Mangel an anderen Quellen wird dieses Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen verwendet.
81% der befragten Personen sehen in der Umweltverschmutzung ein dauerhaftes Problem. Mit 74,7% sieht die große Mehrheit der Bevölkerung den Grund der Kontamination in den veralteten Förder- und Raffinerietechniken.
zum Bericht "Auf den Spuren der Ölfirmen"
zu den Fotos aus der Region um Lago Agrio
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