Die neue OCP-Pipeline soll auf der 500 km langen Strecke von Lago Agrio im Amazonasgebiet nach Esmeraldas an der Pazifikküste weitgehend auf der alten Trasse der SOTE-Pipeline verlaufen. Von Lago Agrio ausgehend folgt die OCP-Pipeline der SOTE bis nach Papallacta. Papallacta liegt auf 4000 m und ist für die Wasserversorgung Quitos von großer Bedeutung. Die Hauptstadt bezieht etwa 40 % ihrer gesamten Wasserversorgung aus diesem Gebiet.
Dort wird die OCP die alte Trasse verlassen und auf der umstrittenen Nordroute Quito umgehen und nach etwa 160 km bei La Uníon wieder auf die SOTE treffen. Diese Umgehung verläuft zum Großteil durch Waldreservate. Die betroffenen Schutzgebiete sind wegen ihrer Artenvielfalt weltweit einzigartig, weil sie Lebensraum für unter anderem 450 Vogelarten und viele andere, teilweise vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten sind. Besonders für das Gebiet Mindo-Nambillo, im Norden Quitos gelegen und als erste "Important Bird Area" Südamerikas eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete weltweit, sind die Folgen des Pipelinebaus verheerend.
Zur Umgehung der Hauptstadt Quito (Karte) stand neben der Nordroute auch eine südliche Umgehung der Hauptstadt mit gerade 40 km Abweichung von der SOTE-Trasse. Diese Route würde hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete verlaufen. Von La Uníon aus verlaufen die SOTE und die OCP wieder vereint parallel über San Miguel nach Esmeraldas. Auf der gesamten Strecke wird die Pipeline über 94 seismische Bruchlinien verlaufen, sieben international anerkannte Schutzgebiete und vier Pufferzonen durchqueren und sechs aktive Vulkane passieren. (Quelle: Informationsreise der NRW-Landtagabgeordnten Ute Koczy; 2002; Seite 3)
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