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Die Schuldensituation
Galerie Mindo-Nambillo
Galerie Lago Agrio
 
 
 
Die Folgen des OCP-Projektes

Die neue Pipeline hat für die ansässige Bevölkerung und die betroffenen Naturschutzgebiete weitreichende Konsequenzen. Umweltschützer weisen seit Beginn des Projektes auf die Auswirkungen der neuen Pipeline hin.

Geschützte Bergwälder in Gefahr
 
Für die Trasse der Pipeline wird eine etwa 50 m breite Schneise in den Wald geschlagen. Die negativen Einflüsse auf die Natur beschränken sich aber nicht auf diesen Streifen. Nach Erfahrungen ecuadorianischer Naturschützer ist insgesamt eine Breite von 10 km von den Auswirkungen betroffen.
Neue Straßen werden in die Baugebiete voran getrieben, Hunderte von Arbeitern und zunehmende Wilderei entlang der Trasse führen zu abnehmender Artenvielfalt. Durch die Abholzung der Wälder steigt aufgrund der geologischen Bedingungen in den Bergwaldgebieten (steile Hänge, steinige und sandige Böden) die Erosionsgefahr. Dies stellt natürlich auch eine Bedrohung für die Pipeline dar. Selbst eine unterirdische Verlegung der Rohre könnte die Pipeline wegen der oftmals sehr starken Regenfälle nicht ausreichend vor Erosion schützen.
 
Besonders das Naturschutzgebiet Mindo-Nambillo, mit 450 Vogelarten (davon 30 einheimische Arten, 13 gefährdete Arten sowie eine Kolibri-Art, die vom Aussterben bedroht ist) eines der artenreichsten Vogelschutzgebiet der Welt, ist durch den Pipelinebau stark gefährdet. Mindestens 30 Säugetierarten (darunter der Brillenbär und der Puma), Reptilien, Schmetterlinge und unzählige Amphibien, 2.000 Pflanzenarten, darunter Bromelien und Orchideen, teilen sich mit den Vögeln diesen Lebensraum.

Vulkanismus gefährdet Pipeline
 
Ein weiterer Kritikpunkt der geplanten Nordroute ist die hohe Aktivität der umliegenden Vulkane. Der 4794 m hohe Pichincha, direkt am Mindo-Schutzgebiet liegend, brach erst 1999 aus. Damals musste das Dorf Mindo evakuiert werden. Einem Ausbruch des Vulkans oder Erdbeben in der seismisch sehr aktiven Gegend würde die Pipeline wahrscheinlich nicht unbeschader überstehen.
Ein Blick auf die Geschichte der SOTE-Pipeline zeigt die verheerenden Auswirkungen von Ölaustritt: Allein in den letzten 4 Jahren kam es zu 14 Hauptbrüchen an der Pipeline, bei denen große Mengen Erdöl das Grundwasser verseuchte und einst blühende Landschaften zerstörte. Mehrere wichtige Flüsse in der Region bei Mindo, wie der Rio Cinto, der Rio Mindo und in Folge der Rio Blanco, wären von einem Ölaustritt aus der OCP-Pipeline betroffen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr von Anschlägen. In der Vergangenheit kam es mehreren politisch motivierten Anschlägen auf die SOTE.

Lebensraum der indigenen Bevölkerung bedroht
 
Ethnische Minderheiten, die in den Waldgebieten leben, sind durch die massive Ölproduktion existenziell gefährdet. Die Verseuchung von Wasser, Boden und Luft durch die Ölabfälle vernichtet Teile der natürlichen Ressourcen wie Fische, Früchte und Heilpflanzen. Unterernährung wäre die Folge.
Wie bereits in einigen Fördergebieten nachgewiesen, steigen durch die Verschmutzung auch die Krebs, Haut- und Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung an.
 
Etwa 70 % der Menschen in Ecuador leben in Armut. Arbeitsplätze sind nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. Durch die Pipeline entstehen für die Anwohner nur wenige neue Arbeitsplätze.
Im Gegenteil: Viele Indigene leben vom Ökotourismus, der in Ecuador mittlerweile 50.000 Beschäftigte aufweist. In den 1990 iger Jahren haben Nichtregierungsorganisationen und lokale Gemeinschaften begonnen, den Ökotourismus zu entwickeln. Heute bietet der Ökotourismus eine wichtige Entwicklungsalternative für die ländliche Bevölkerung, die den Schutz der Natur zunehmend rentabel macht.
Der Pipelinebau zerstört viele Naturschutzgebiete, in denen Ökotourismusprojekte entstanden sind und vernichtet so das einzige Kapital der ansässigen Menschen.
 
Viele Menschen fürchten ähnliche Auswirkungen durch die Ausweitung der Förderaktivitäten wie die dramatischen Folgen der Texaco-Ära. In knapp drei Jahrzehnten wurden ganze Regionen mit hochtoxischen Substanzen aus den Raffinerien kontaminiert.

Regenwälder
 
Die Regenwälder im Amazonasgebiet stehen zum Teil unter Naturschutz. Der Cuyabeno- und der Yasuní Nationalpark sind nur zwei Beispiele für einzigartige Schutzgebiete.
Die gesamte Fläche des ecuadorianischen Urwaldgebietes ist in Ölförderungskonzessionen aufgeteilt. Siedler, Holzfäller und die Agroindustrie werden über die neu geschaffene Infrastruktur Zugang in die ehemals unberührten Fördergebiete erhalten. Jedes neue Bohrloch bedeutet neue Straßen, Tanklager, Ölleitungen und dezimiert den rapide schrumpfenden Urwald. Vielerorts verlieren die Indigenen mit dem Regenwaldökosystem ihren angestammten Lebensraum und eine wichtige Quelle ihrer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.
Selten gewordene wasserlebende Säugetiere wie der Riesenotter, die Seekuh und der Flußdelphin verlieren ihre letzten Rückzugsgebiete.
 
 
Wie werden diese Auswirkungen in dem unabhängigen Gutachten von Dr. Goodland bewertet?
 
 

 
 
 
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