Die Mangrovenwälder am Übergang zwischen Meer und Land bieten mit ihren verflochtenen Wurzelsystemen einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Lebensräume. Algen, Schnecken, Muscheln, Fische, Vögel, Krebse, Insekten und andere Kleinlebewesen finden im Gezeitenwald Schutz vor Räubern, Nahrung und einen geeigneten Ort zur Fortpflanzung. Die Funktion dieses komplexen Lebensraumes im gesamten Ökosystem ist allerdings weitaus vielseitiger:
Nahrungsspender für die Kleinsten
Als Produzent von biologischem "Abfall"(Blätter, Blüten und Früchte) versorgen die Mangroven vor allem die ersten Glieder der Nahrungskette. Rund 1,5 kg der organischen Stoffe produziert eine Mangrove im Jahr pro Quadratmeter. Bakterien und Pilze zersetzen die für andere Mangrovenbewohner nur schwer verdauliche Kost und erhöhen den Proteingehalt. Auch das Zoo-Plankton ernährt sich von den Substanzen. Kleine Fische, Garnelen und andere Weichtiere fressen kleinste Blattreste, die von Kolonien dieser Mikroorganismen beladen sind. Kleine Krustentierchen fressen wiederum die Reste und Ausscheidungen der Garnelen und Fische.
Lieferant für Riffe und Seegraswiesen
Die Mangrovenwälder versorgen aber nicht nur die Tiere in nächster Umgebung mit Nahrung. Ein Großteil der organischen Stoffe werden durch die Flut regelrecht exportiert. Die Gezeiten spülen den Schlamm hinaus auf das offene Meer. Vorgelagerte Korallenriffe und Seegraswiesen erhalten so ständig neue organische Substanzen. Von Seegras und den Riffen ernähren sich wiederum Schildkröten, Seekühe und viele Fischarten. Ohne den Nährstofftransport würde diese artenreiche Unterwasserwelt nicht existieren.
Kinderstube Mangrovenwald
Viele Fischarten nutzen die Mangroven zur Fortpflanzung. Der Schutz vor der offenen See, großen Raubfischen und das reichhaltige Nahrungsangebot bieten optimale Bedingungen. Der Snapper, auch in Europa ein beliebter Speisefisch, verbringt seine Jugend in den Mangroven der tropischen Küstengebiete. Schätzungen zufolge wachsen rund zwei Drittel aller im Meer lebenden Fischarten im Schutz der Mangroven auf. Auch eine Vielzahl von Vögeln, Insekten und Pflanzen sind auf diese Waldgebiete angewiesen.
Ohne die Mangroven würden im marinen Ökosystem viele Versorgungslücken entstehen, die auch der Mensch an der Spitze der Nahrungskette deutlich zu spüren bekäme. Die Folgen der fortschreitenden Abholzung sind weitreichend... weiter
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