Mangrovenwälder liegen ähnlich den nordeuropäischen Wattgebieten in der Zone zwischen Ebbe und Flut. Sie zählen neben Korallenriffen und tropischen Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde. Lange wurde die wichtige Funktion der Mangrove in der Nahrungskette nicht erkannt. Mittlerweile ist rund die Hälfte der weltweiten Mangrovenbestände vernichtet.
Was sind Mangroven?
Unter Mangroven versteht man hölzerne Pflanzen oder Pflanzengemeinschaften, die im Gezeitenbereich der Meere gedeihen. Sie bestehen aus Bäumen bis zu 30 m Höhe und kleineren Büschen.
Sie leben in einer sich ständig verändernden Umgebung. Regelmäßig werden die Pflanzen von den Gezeiten mit salzigem Wasser überschwemmt. In den Zeiten großer Niederschläge wird der immergrüne Wald von der Landseite aus mit Süßwasser überflutet. Dadurch ist der Nährstoffgehalt der schlammigen Böden besonders hoch. Charakteristisch für die Mangroven sind die undurchdringlichen Wurzelgeflechte, die den Pflanzen Halt im lockeren und feinen Untergrund geben. Während der Ebbe ragen sie weit aus dem Wasser empor und bilden schmale Kanäle im Mangrovenwald. Bei Flut sind oft nur noch die Baumkronen sichtbar.
Verbreitungsgebiet
Mangrovenwälder finden sich in den tropischen und subtropischen Klimazonen in Äquatornähe. Wichtig ist eine maximale Wassertemperatur von mehr als 24 Grad Celsius. Der jährliche Niederschlag sollte mindestens 1250 mm betragen. Man unterscheidet je nach Gebiet drei Typen von Mangroven: Küstenmangroven, Flussmündungsmangroven sowie Riffmangroven.
In Ecuador sind vor allem die Küstenmangroven sehr verbreitet. Die rote Mangrove (Rhizophora) dominiert diesen Lebensraum.
Vermehrung
Die Ableger und Früchte der Mangroven können ohne Ausnahme auf dem Wasser schwimmen. Die über 55 verschiedenen Arten haben unterschiedliche Methoden zur Vermehrung entwickelt. Besonders interessant ist die Methode der viviparösen Vermehrung, die auch die rote Mangrove betreibt.
Die Samen entwickeln sich auf dem Baum in bis zu 3 Jahren zu speerartigen, rund einen Meter langen Ablegern mit Wurzeln, bevor sie ins Wasser fallen. Die Ableger treiben horizontal auf dem Salzwasser, bis sie Brackwasser (eine Mischung aus Salz- und Süßwasser) erreichen. Hier drehen sie ihre Wurzeln nach unten und bohren sich in den Sand. Auf diese Weise vermeiden die Mangroven, in stark salzhaltigem Wasser zu siedeln.
Die Bedeutung der Mangroven für das marine Ökosystem wurde lange Zeit unterschätzt... weiter
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