Ecuador zählt zu den größten Garnelenexporteuren der Welt. Shrimps gelten in den reichen Industrieländern als Gaumenschmaus. Doch über die industriellen Garnelenzucht und ihre ökologischen und ökonomischen Auswirkungen wissen die Verbraucher oft nur sehr wenig.
Steigende Nachfrage der Industrieländer gibt der Produktion Auftrieb
Die Wildfänge der Fischereiindustrie kann die weltweite Nachfrage nach Garnelen schon lange nicht mehr befriedigen. Anfang der 80 er Jahre konnten die jährlichen Erträge nicht mehr weiter gesteigert werden. So wurde der Weg frei für industriell gefertigte Krabben aus den tropischen Ländern. Gerade sieben Länder produzieren heute etwa 85% des weltweiten Angebotes an Zuchtkrabben. Die USA, Japan und die europäische Union sind die Hauptabnehmer.
Harte Konsequenzen für die Bevölkerung
Aufgrund der steigenden Nachfrage in den reichen Nationen ist die Zucht ein Milliardengeschäft für die Betreiber. Die Küstenbewohner in den betroffenen Regionen profitieren jedoch kaum von dem großen Geschäft. Sie bangen um ihre Existenzsicherheit, denn die fortschreitende Zerstörung der Mangrovenwälder hat verheerende Auswirkungen auf das marine Ökosystem. Ansässige Fischer fangen immer weniger Fisch. Krabben- und Muschelsammler sind ohne die Mangroven ihrer Lebensgrundlage beraubt.
Weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll
Der kurzfristig sehr hohe Profit der industriellen Garnelenzucht ist langfristig weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Denn die Produktion ist volkswirtschaftlich betrachtet ein Verlustgeschäft auf Kosten der Umwelt, der natürlichen Ressourcen und der ansässigen Bevölkerung.
Umdenken erforderlich
Die Entwicklung der industriellen Garnelenzucht deutet mittelfristig auf den totalen Verlust der Mangrovenwälder hin. Nicht nur ein Umdenken der Garnelenzüchter ist nötig, um die Entwicklung zu stoppen. Auch die Verbraucher in den reichen Industrieländern stehen in der Verantwortung. Den die Nachfrage entscheidet letztlich auch über die Produktionsweise. Wer möchte schon Garnelen essen, die in mit Chemikalien durchsetzten Zuchtbecken aufgewachsen sind? Ein kritischer Verbraucher wird sicher der beste Schutz für die letzten Mangrovengebiete der Welt sein.
Die GTZ entwickelt zusammen mit Naturland e.V. - einem Verband des ökologischen Landbaus - und einer Gruppe deutscher Importeure Richtlinien für die ökologische Shrimpsproduktion.
In der Nähe der ecuadorianischen Küstenstadt Bahía de Caraquez existiert die weltweit erste ökozertifierte Garnelenfarm.
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