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Industrielle Züchtung

Garnelen wachsen wie viele Fisch- und Krebsarten in den Mangrovenwäldern der tropischen Küstengebiete auf. Das Brackwasser der Wälder, eine Vermengung von Fluss- und Salzwasser, stellt für die Shrimps das ideale Medium zur Fortpflanzung dar.
Um industriell in großen Mengen Garnelen züchten zu können, werden die Mangroven abgeholzt, die natürlichen Kanäle begradigt und künstliche Teiche angelegt.

Wilde Garnelenlarven für neue Zuchtpopulationen

Im Gegensatz zu den natürlichen Mangrovenwäldern haben die Zuchtteiche keine direkte Verbindung zum Meer. Um neue Garnelengenerationen züchten zu können, werden die Larven wilder Garnelen aus dem Meer gefischt. In den feinmaschigen Netzen landen jedoch auch eine Vielzahl von Larven anderer Krebs- und Weichtiere sowie eine Unmenge an Kleinfischen.
Die natürlichen Fisch- und Shrimpbestände gehen zurück und bedrohen die Lebensgrundlage der ansässigen Fischer.
Die Fangmethode der Garnelenlarven hat für die Garnelenbestände im Meer einen weiteren negativen Effekt: Durch die Verminderung des Genmaterials weisen zukünftige Generationen eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten auf und produzieren weniger Eier. Mit den eingesetzten Fangmethoden berauben sich die Züchter ihrer eigenen wirtschaftlichen Grundlage.

Probleme der Monokultur

Die Larven werden in speziellen Brutbecken aufgezogen und anschließend in die Teiche gesetzt. Etwa 300.000 Garnelen tummeln sich pro Hektar in den einen Meter tiefen Zuchtbecken.
Diese intensive Monokultur ist genau wie die der Landwirtschaft anfällig für Schädlinge und Krankheitserreger. Häufig werden präventiv Antibiotika, Pestizide, Desinfektionsmittel und andere Medikamente in die Zuchtbecken geleitet, um die Populationen gegen Krankheiten durch Bakterien, Pilze und Viren zu schützen.

Garnelen reagieren äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel. Etwa 30 % des Wassers muss deshalb täglich ausgetauscht werden. Die in die Zuchtbecken eingeleiteten Chemikalien und Nahrungsreste verteilen sich so auch in der Umgebung der Zuchtfarmen. Verbliebene Mangrovengebiete und die Küstenregionen werden dadurch stark verschmutzt.
Der enorme Frischwasserbedarf zur Optimierung des Salzgehaltes der Becken belastet auf der anderen Seite die Grundwasserbestände stark und führt zu Ernteeinbußen in der Landwirtschaft.

Garnelen ernähren sich in der Natur vor allem von Phyto- und Zooplankton. Ihre Nahrung in der industriellen Zucht jedoch besteht aus etwa 50 % Fischmehl. Für die Produktion von 1 kg Garnelen werden rund 5 kg Fisch benötigt. Der steigende Bedarf an Fischmehl führt dazu, dass immer mehr Speisefische zur Produktion von Fischmehl verwendet werden.
Alle sechs Monate werden die Garnelen aus den Becken abgeerntet und mit den Jungtieren und Larven wilder Garnelenbestände neue Populationen gegründet.

Kurzfristiger Gewinn auf Kosten langfristiger Umweltschäden

Eine Zuchtfarm kann ein Becken maximal 5-10 Jahre nutzen. Meistens sinkt nach den ersten Ernten die Produktivität der Becken aufgrund der Versalzung und der Verschmutzung der Böden mit Chemikalien und organischen Sedimenten so stark, dass die Betreiber neue Flächen erschließen.
Zurück bleibt ökologisch verwüstetes Land, das der Erosion freigegeben ist. Die Produktionsverlagerung, auch als "Rape and Run" bezeichnet, hat die Bestände der Mangrovenwälder in Ecuador trotz Schutzabkommen in den letzten Jahren erheblich schrumpfen lassen. 70% der gesamten Bestände sind auf diese Weise bereits vernichtet worden.



 
 
 
 
 
 
 
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