Ecuador zählt zu den größten Garnelenexporteuren der Welt. Tiger Shrimps gelten in den reichen Industrieländern als Gaumenschmaus. Doch über die Auswirkungen der industriellen Garnelenzucht in den tropischen Ländern wissen die Verbraucher oft nur sehr wenig.
Für die Zuchtbecken an der Küste werden jedes Jahr tausende Hektar Mangrovenwälder abgeholzt. Von den früher rund 300.000 Hektar Mangroven an der Küste Ecuadors ist heute nur noch die Hälfte vorhanden. Dabei kommt den Mangroven als Brut- und Aufzuchtsgebiet vieler Fisch- und Krebstierarten eine tragende Rolle im weltweiten marinen Ökosystem zu. Schätzungen zufolge wachsen rund zwei Drittel aller im Meer lebenden Fischarten im Schutz der Mangroven auf.
Der Raubbau an diesem faszinierenden und einzigartigen Ökosystem hat große Auswirkungen auf den Fischreichtum in den Weltmeeren. Soziale Konflikte bleiben in den Zuchtgebieten nicht aus, denn viele Menschen leben dort vom Fischfang.
Mangroven bieten den Küstengebieten Schutz vor tropischen Stürmen und halten gleichzeitig wie ein Filter die enorme Sedimentfracht der Flüsse fest. Ohne diesen Mechanismus gelangt der Schlamm ungebremst ins Meer und erstickt dort Korallen und Seegras.
Garnelenzucht nach den Richtlinien für Aquakulturen reduziert die schädlichen Auswirkungen der Monokulturen auf Mensch und Natur. An der Küste von Bahía de Caraquez wird der Unterschied zwischen industrieller Zucht und ökologisch nachhaltiger Produktion eindrucksvoll sichtbar.
zur Reportage "Die Rache der Mancha Blanca"
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