Ecuador blickt in den letzten vier Jahren auf eine turbulente Zeit zurück. Die dramatische Wirtschaftsentwicklung in den 90iger Jahren führte 1998 erstmals zu einer deutlich negativen Handelsbilanz. Sinkende Erdölpreise von teilweise nur noch 7 US-$ pro Barrel und die Milliardenschäden der Klimakatastrophe El Niño ließen die Wirtschaft in mehreren Sektoren regelrecht einbrechen. Die Folge war ein dramatischer Kursverfall des Sucre. Anfang 2000 waren die größten Geldscheine des Landes, die 50.000 Sucre-Scheine, nur noch 2 US-$ wert. Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln und Medikamenten standen stagnierende Löhne im Bau-, Industrie- und Landwirtschaftssektor gegenüber. Dies führte zu einer rasanten Verarmung großer Bevölkerungsschichten. Der immense Anstieg der Inflation ließ die Lebenshaltungskosten steigen und führte zu Einbußen in der Exportwirtschaft, denn ecuadorianische Produkte waren in den Nachbarländern nicht mehr konkurrenzfähig. Gleichzeitig blieben Investoren aus dem Ausland fern. Der damalige Präsident Mahuad setzte kurz vor seiner Amtsenthebung einen festen Wechselkurs zum Dollar fest.
Im April 2001 wurde nach über 100 Jahren der Sucre aus dem Verkehr gezogen und durch den Dollar als offizielle Landeswährung ersetzt.
Die ökonomische Misere löste in Ecuador eine Migrationswelle in die USA und Europa aus. Etwa 20.000 EcuadorianerInnen verlassen pro Monat den Andenstaat. Für die Volkswirtschaft bedeutet die Auswanderungswelle jedoch eine Wiederbelebung, denn die Emigranten überwiesen allein im Jahr 2001 rund 1,42 Mill. US-$ in die Heimat.
Ecuador verfolgt weiter den Kurs regionaler Integration, insbesondere in die Andengemeinschaft, dann aber auch als Fernziel den Beitritt zum Mercosur. Die von den USA angestrebte gesamtamerikanische Freihandelszone ALCA wird von Ecuador voll unterstützt.
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